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Waschtag vor 100 Jahren
Geschrieben von Torsten Maue   
Wednesday, 12 December 2007
Noch vor Erfindung der Waschmaschine bedeutete der Waschtag für die Hausfrau echte Schwerarbeit. So stellte das Dienstpersonal im 19. Jahrhundert oft die Bedingung am Waschtag nicht helfen zu müssen.

 

 

Der Waschtag war ein fester Tag, der regelmäßig im Arbeitsplan vermerkt wurde. Zunächst musste die Wäsche sortiert werden. So wurde der Wäscheberg in kochbare Bett-, Tisch-, und Leibwäsche unterteilt und die nicht kochbare Wäsche in Woll- und Seidenwäsche. Die Kochwäsche wurde schon ein bis zwei Tage vor dem Waschtag eingeweicht. Nicht selten wurde dazu das samstägliche Badewasser der Familie benutzt. Zum Einweichen wurde Bleichsoda und Sil dazugegeben, welche man oft lose im Gemischtwarenladen erstand. Besonders verschmutzte Stellen, wie Hemdkragen oder Manschetten wurden mit dem Waschmittel vorbehandelt. Der eigentliche Waschtag begann meist schon früh morgens. Das Feuer unter dem Waschkessel erhitzte das Wasser. Darin wurde die Wäsche gemeinsam mit Persil, dem damals einzigen Waschmittel auf dem Markt, gekocht. Das Waschgut wurde immer wieder mit einem Wäschestock aus Holz bewegt, gerührt und kräftig untergetaucht. Nach dem Kochvorgang wurde die Wäsche mit dem Wäschestock in einen Holzbottich gehoben. Dort behandelte man sie mit dem Wäschestampfer. Stark verschmutzte Wäschestücke wurden von Hand kräftig aneinander gerieben. Diese reibende Bewegung wird auch heute noch von Waschmaschinen zur Reinigung durchgeführt Dies war der am meisten anstrengende Teil des Waschtages. Denn schließlich war die Wäsche sehr viel stärker als heute verschmutzt, wurden die Kleidungsstücke doch viele Tage getragen. Nach gründlichem Auswringen der Wäsche wurden diese entweder zur Bleiche in die Sonne auf die Wiese gelegt oder zum Trocknen aufgehängt.