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Mängel am PISA-Vergleich
Geschrieben von Andreas Mettler   
Wednesday, 13 June 2007

Deutschland hat schlecht abgeschnitten bei der PISA-Studie – und das bereits zum dritten mal.

Das hat viele Menschen in hitzige Aufruhr versetzt und mancher Schüler wurde vorschnell dem Nachhilfelehrer oder dem Nachhilfeinstitut übergeben. Aber auch PISA hat seine Hausaufgaben nicht immer perfekt gemacht. Vorgeworfen werden der Studie insbesondere methodisch-statistische Mängel: Eine Vergleichbarkeit der Länder sei aufgrund untersschiedlicher Einschulungssysteme nicht möglich. Eine Studie der Freien Universität Berlin wies auf erhebliche statistische Mängel von PISA auf: Aufgrund des relativ späten Einschulungsalters deutscher Schüler ergaben sich bei der durch das Lebensalter bestimmten Testgruppe für deutsche Schüler deutlich nagativ verzerrte Testergebnisse. Wenig brauchbare Ergebnisse zur „Lesefähigkeit“ lieferten fehlerhaft gestellte Fragebogen zum Leseverhalten der Testgruppe. Kleinststaaten wie z.B. Liechtenstein konnten aufgrund der geringen Bevölkerungszahlen nicht auf ausreichende Anzahlen an Testpersonen zurückgreifen und erlangten mit statistisch nicht signifikanten Ergebnissen ungewöhnlich hohe PISA-Bewertungen. Der Test wurde mit 15-jährigen Schülern durchgeführt. Insbesondere schwache Schüler diesen Alters unterliegen in vielen Ländern nicht mehr der Schulpflicht und sind von PISA nicht mehr erfasst worden. Legastheniker wurden in einigen Ländern vom Test ausgeschlossen, Berufsschüler teilweise überhaupt nicht erfasst. PISA selbst hat sich keiner Qualitätskontrolle unterzogen. PISA, durchgeführt als Auftragsforschung, finanziert von Regierungen und durchgeführt von profitorientierten Instituten, wurde im Eigenverlag veröffentlicht ohne jede externe Begutachtung. PISA ist strenggenommen keine tatsächlich wissenschaftliche Arbeit, die in einer Fachzeitschrift hätte veröffentlicht werden können, die Mehrheit der Testaufgaben ist bis heute geheim, was ein offenkundiger Verstoß gegen wissenschaftliche Standards darstellt.