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Rechtschreibtraining ohne Schreibübung
Geschrieben von Ernst Hartmann   
Thursday, 17 May 2007

Drei konkrete Tipps, wie man die die Rechtschreibung üben kann auch ohne Diktate zu schreiben, werden aufgezeigt.  

  

Hat das Kind Schwierigkeiten in der Rechtschreibung, denken die meisten Eltern daran mittels intensiver Übung von Diktaten Abhilfe zu schaffen. Gerade bei den Schülern, die sich auch noch beim Schreiben verkrampfen, zu fest aufdrücken oder eine falsche Stifthaltung haben, führt dies fast unweigerlich zu einer Verweigerungshaltung. Sie schreiben nicht gerne und wehren sich mit Händen und Füßen gegen das häusliche Üben.

Vielleicht wären sie bereit zu üben, wenn sie nur nicht so viel zu schreiben hätten. Dies lässt sich bis zu einem gewissen Grad berücksichtigen. Da 20 bis 25 Prozent aller Rechtschreibfehler in der 4. Jahrgangsstufe Groß- und Kleinschreibungsfehler sind, lässt sich diese Fehlerart schon einmal ganz ohne Schreiben angehen. Die Regeln für Groß- und Kleinschreibung können mündlich besprochen werden und immer wieder exemplarisch durchgesprochen werden. Dies geht sogar beim Auto fahren. Man nennt einen Satz und geht ihn Wort für Wort durch. Bei jedem Wort wird gefragt, ob es klein oder groß geschrieben wird. Wichtig ist auch jedes Mal zu fragen: Warum wird es klein oder groß geschrieben?

Eine andere Fehlerart, die auch relativ häufig vorkommt, sind die Dopplungsfehler bei Konsonanten oder Mitlauten. Wem selbst leicht Wörter einfallen (dies sind oft Menschen, die gerne Scrabble spielen), kann dies auch in solchen Situationen wie dem Auto fahren durchführen. Voraussetzung dafür ist, dass man weiß, dass der Vokal (Selbstlaut) vor einem doppelten Konsonanten schnell gesprochen wird (Beispiel: Ratte. Das a vor den beiden t wird schnell (kurz) gesprochen. Beim Wort rate wird das a vor dem t lang gesprochen.)

Ein weiteres Feld, wo viele Fehler in der Grundschule gemacht werden, stellt die Vertauschung von g und k dar. Die Worte gegen und Kegel mögen als Beispiel dienen. Beim Buchstaben g ist der Luftstrom, der aus dem Mund strömt, wenn man das Wort laut ausspricht, weicher als beim k. Dies lässt sich testen, wenn man den Handrücken beim Aussprechen leicht vor den Mund hält. Das k fühlt sich im Mund- und Rachenraum auch anders an. Einfach mal mit den Worten gegen und Kegel ausprobieren. Auch diese Fehlerart lässt sich durchaus trainieren ohne das Wort schreiben zu müssen.

Die aufgezeigten Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Überall, wo es Regeln zur Rechtschreibung gibt, ist ein mündliches Training möglich. Dies lässt sich nicht nur mit Schülern durchführen, die nicht gerne schreiben, sondern mit jedem.

Homepage: www.rechtschreibtraining.net

E-Mail: winkonz (ät) arcor (Punkt) de