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Liebe zur Gitarre
Geschrieben von Renate Müller   
Sunday, 09 September 2007

Das Phänomen kennt wohl so ziemlich jeder Gitarrenspieler, ohne Böses zu ahnen, beginnt man den Tag, indem man sich aus seinem Bett herausschält und über einem Kaffee langsam versucht wachzuwerden, und stolpert danach auf dem Weg zur Arbeitsstelle oder einem anderen Termin durch die Straßen der Stadt.

Und plötzlich passiert es, ohne Böses zu ahnen ist man an einem Gitarren Shop vorbeigelaufen und steht nun vor dem Schaufenster, hinter dem die Gitarren in allen Farben und Formen hängen. Bis man sich losreißen kann, können schon einige Minuten vergehen und zumeist reißt man sich ja auch nur vom Schaufenster los um den Laden zu betreten und die eine und andere Gitarre zu betasten und ihre Saiten erklingen zu lassen. Irgendwann, so eine halbe Stunde später, kommt man dann langsam wieder zur Besinnung, erinnert sich an seinen Termin und hastet überstürzt aus dem Laden, jedoch nicht ohne über dieser Hast noch schnell auszurechnen, ob man sich diese eine neue Gitarre leisten könnte.

Menschen, die nicht Gitarre spielen, können das zumeist nur belächeln, doch für den Gitarrenliebhaber ist es ein wirkliches Problem, denn ist der Termin wirklich wichtig, muss er am Abend zuvor seinen Weg weise im Voraus planen, damit er nicht unversehens einen Gitarren Shop kreuzt und zu dem Termin zu spät erscheint. Ob bei Menschen die Klavier spielen eine ähnlich gelagerte Sucht existiert? Wenn, dann sollte man wohl besser einen besonders großen Geldbeutel und eine noch größere Wohnung haben. Aber vielleicht wird diese Liebe zu Gitarren eines Tages von den Krankenkassen ernst genommen und es gibt dann jeden Monat eine neue Gitarre auf Rezept!