| Frech, aber nicht respektlos: Wagners “Ring” als Rock-Musical |
| Geschrieben von Christian Bauer | |
| Friday, 28 December 2007 | |
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In der Tiefe des Rheins, bewacht von den Rheintöchtern, liegt ein wundersamer Schatz: der Ring der Macht. „Befrei mich, entweih mich“, so lockt er (im Jahre 2007, mit den Worten Daniel Calls), Wohlstand und Schönheit verspricht er. Mit sich bringt er aber auch Leid und Verderben. Der Mythos vom Nibelungengold hat Jahrhunderte und Generationen überdauert. Verschiedene Geschichten sind in seinen Überlieferungen verwoben, Dichtung und Wahrheit miteinander verschmolzen. Die älteste, uns heute bekannte Variante, die mündliche Erzählungen in Verse bannte, ist das NIBELUNGENLIED, entstanden um 1200. Hans Sachs, Friedrich de la Motte Fouqué, Emanuel Geibel und Friedrich Hebbel sind nur einige der prominenten Vertreter, die Dramatisierungen der berühmten Vorlage schufen. Im Mittelpunkt dieser standen in erster Linie Heldentaten – dank übermenschlicher Kräfte gelang es, das Gold und die damit verbundene Macht im Auftrag anderer und für andere zu erringen. Erst Richard Wagner integrierte in seinem Opus Magnum DER RING DES NIBELUNGEN (komponiert zwischen 1853 und 1874) eine zweite Erzählebene. Geschildert wird die Herkunft jenes sagenumwobenen Goldes, aus dem schließlich der Macht und Verderben bringende Ring geschmiedet wird und das den unglückseligen Weg aus den Fluten des Rheins über den himmlischen Göttersitz Walhall auf die Erde nimmt, dort Zwietracht sät und den Menschen seinen Göttern entfremdet. Wagner griff dafür auf verschieden Quellen zurück, vor allem suchte er den Bezug zu den altgermanischen und nordischen Göttersagen, zur altisländischen Götter- und Heldendichtung EDDA. Götter - Halbgötter - Menschen - Zwerge, so gestaltete er, so dachte er sich die Hierarchie, innerhalb derer drei, teilweise direkt von den Göttern abstammende Menschen-Generationen um Herrschaft, Stärke und Macht, aber auch um Liebe kämpfen.
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als 130 Jahre nach der Bayreuther Uraufführung
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soll nicht Wagner plagiiert werden, Die RING-Geschichte hat Nimsgern gemeinsam mit dem bekannten Bühnenautor Daniel Call in einer stringenten Fassung komprimiert.
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Zentrum steht der Ring der Macht, Der Göttervater Wotan überwältigt Alberich, nimmt ihm den Ring und somit die Macht. Der Ring aber wandert weiter. Wotan zahlt damit seine Schulden an die Riesen Fafner und Fasolt, doch Ring und Macht lassen sich nicht teilen. Fafner geht als Sieger aus dem Streit hervor, in Gestalt eines Drachen hütet er fortan seinen Schatz. Alberich, der seine Niederlage und den Verlust des Ringes nicht verwinden kann, erschafft Siegfried, den starken Kämpfer und mutigen Helden. Sein Plan geht auf: Siegfried tötet den Drachen Fafner und raubt ihm den Ring. Doch mit einem hat Alberich nicht gerechnet: Siegfried begegnet Wotans Tochter Brunhild. Ihr Vater hat ihr den Götterstatus genommen, aus Zorn darüber, dass sie ihn vor der Verderben bringenden Macht des Ringes warnte und ihn an seine göttliche Verantwortung erinnerte. Brunhild macht aus Siegfried einen fühlenden und denkenden Menschen. Wird es dem Paar gelingen, die Macht des Ringes zu bannen?
Frech,
aber nicht respektlos
Und
genau das kommt an.
Es
wirde zitiert, was das Zeug hält. Ich sagte zitiert, nicht geklaut!!! Regisseur Christian von Götz setze gemeinsam mit dem Bühnenbildner Hans Hauser, der Kostümbildnerin Gabriele Jaenecke und dem Choreographen Marvin A. Smith das Rockepos von Frank Nimsgern in opulenten Bildern unterhaltsam, spannend und dennoch mit dem nötigen Maß an Tiefe in Szene. Die Hauptpartien verkörpernd bestechen Aino Laos als Brunhild, Karim Khawatmi als Wotan, Darius Merstein-McLeod als Alberich, Marcus Hezel als Siegfried, flankiert von Franziska Ballenberger, Lucy Hickey, Judith Jakob, Kordula Kohlschmitt, Michaela Kovarikova, Daniela Rausch, Stephanie Theiß, Maricel Wölk, Paul Cless, Justo Moret, Maik Müller, Will Sky und der Frank Nimsgern Group, die in einer Gemeinschaftsbestleistung zum Erfolg des Abends und des Musicals beitragen.
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Aufführungstermine für 2008 Foto: Thilo Beu
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