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Zauberer in der Literatur
Geschrieben von Werner Bauer   
Thursday, 20 December 2007

 

Die Zauberer und Magier gehören heute zu den bekanntesten und beinahe wichtigsten Protagonisten der phantastischen Literatur. Was sie auszeichnet und wie sich das Bild dieser Figur im Laufe der abendländischen Geschichte verändert hat, beschreibt der folgende Text.  

In der Geschichtsschreibung des Christentums wurden Zauberer meist negativ
betrachtet. Deshalb wurde ihnen in den abendländischen Märchen meist die
Rolle der Bösewichter zugewiesen. Erst in der Romantik kann man erkennen,
dass die europäischen Sagen der Zauberer eine Aufwertung erhielten.
Besonders interessant für die romantische Literatur ist die Figur des Merlin
gewesen, der in der Artus-Sage eine prominente Stellung einnimmt. Merlins
Darstellung als alter Mann mit weißem Bart, der dem Waisen Artus als Mentor
dient, erlebt in der zeitgenössischen Literatur eine Wiederkehr. Tolkiens
Gandalf ist von ihr genauso inspiriert worden, wie der Comic-Druide
Miraculix.  Selbst im "Harry Potter" findet sich eine Entsprechung in der
Figur des Albus Dumbledore.
Die in der Literatur gezeigten Zauberer sind meistens von hoher Bildung und
verstehen sich auf eine Technik, die ihren Zeitgenossen fremd ist. Darüber
hinaus kann man eine große Verbundenheit zur Natur konstatieren, was
anzeigt, inwiefern die
traditionelle Zauberer-Figur von den Druiden inspiriert sind. Die Zauberkünstler
symbolisieren in den Geschichten den Widerspruch zur Technologie und der
Entzauberung der Welt, die mit der Aufklärung einhergingen. Die spirituelle
Sehnsucht des Einzelnen wird durch sie genauso befriedigt wie die nach den
übersinnlichen Phänomenen.
Mit der Fantasy-Literatur des 20. Jahrhunderts hat die Figur des Zauberer
entgültig ihre Vergangenheit als böse Kreatur abgelegt. So gut wie alle
berühmten Zauberer der zeitgenössischen Literatur sind sympathische alte
Männer. Es bleibt eine
Frage der Zeit, bis sich dieses - bereits zum Klischee verkommene - Zaubererbild ändert.