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Schmuck afrikanischer Stämme
Geschrieben von Susan Mueller   
Wednesday, 09 January 2008
Heutzutage sind die meisten afrikanischen Naturvölker und Stämme verschwunden und mit ihnen die Sitten und Gebräuche und die für uns zum Teil sehr seltsam anmutenden Traditionen, Schmuck zu tragen. Doch vor etwa 100 Jahren fand man noch zahlreiche Angehörige der Stämme, an denen man die seltsamsten Gegenstände als Schmuckstück sehen konnte. So wird eine Frau der Lao, eines Dinkastammes, die eine Art Häuptling darstellte, beschrieben. Bei diesen Hirtenvölkern war die Häuptlingsrolle stets an Reichtum geknüpft, der sich in der Ausstaffierung zeigte. Diese Frau war schon älter und abgrundhässlich und trug einen fettgetränkten Lendenschurz aus Schafleder mit reichlich von weißen Glasperlen und Eisenringen umsäumten Kanten. An den Hand- und Fußgelenken trug sie große Mengen an Ringen aus Eisen, Kupfer und Messing von nicht unbeträchtlichem Gewicht sowie Ketten um den Hals aus eisen und Lederriemen mit an Schnüren aufgefädelten Holzperlen und allen möglichen undefinierbaren Gegenständen, die an eine Rumpelkammer denken ließen.

Die Dinka zeichneten sich durch eine Reihe von Besonderheiten in ihrem Schmuck aus. Zunächst einmal gehörte es zu ihrer Tradition, bei Männern und Frauen, dass die unteren Schneidezähne ausgebrochen werden. Männer und Frauen hatten durchlöcherte Ohrränder mit eisernen Ringen und eisenbeschlagenen Stäben. Männer schmückten sich mit einer stammestypischen Tätowierung auf der Stirn bis zu den Schläfen. Bei Frauen wurde auch die Oberlippe durchbohrt und ein eiserner Stift und eine zylindrische Glasperle wurde hineingesteckt. Die „Kleidung“ der Frauen – die Männer sind unbekleidet – war reich verziert. Sie bestand aus zwei enthaarten Fellschürzen, die vorn und hinten von den Hüften bis zu den Knöcheln reichten. Die Ränder dieser Schürze waren reichlich mit Glasperlen oder unzähligen kleinen Eisenringen und Glöckchen geschmückt.

Da bei den Dinka Eisen einen höheren Wert hatte als Kupfer, trugen die Frauen der Reichen soviel Eisen als Schmuck, wie sie eben tragen konnten, teilweise bis zu einem halben Zentner, in Form von Ringen und Ketten. Die Männer trugen Elfenbeinringe am Oberarm und die Reichen eine große anzahl von ringen, wie ein Art Panzer, eng um den Unterarm. Da die dinka sich durch einen nur eher spärlichen Haarwuchs auszeichneten, fertigten sie Kappen, die wie eine Art Kettenhelm aus großen weißen zylindrischen Perlen zusammengestickt wurden, oder eine Art Mütze aus Straußenfedern.