| Museum für Kölner Karnevalsorden |
| Geschrieben von André Richter | |
| Wednesday, 10 October 2007 | |
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Karnevalsorden sind fester Bestandteil des alljährlichen närrischen Treibens im Rheinland. Sie sind sogar so traditionsbehaftet, dass ihnen in Köln ein eigenes Museum gewidmet wurde, das Museum Kölner Karnevalsorden. Dieser Artikel beschreibt, welche besonderen Orden und Karnevalsraritäten dort beherbergt werden.
In Köln, einer Hochburg des Karnevals, gibt es auch ein Museum, das die Kölner Karnevalsorden beherbergt. Es befindet sich inmitten des Kölner Straßenkarnevals, wenige Meter vom Alten Markt entfernt. Hans-Jürgen Knopek, ein gebürtiger Franke, betreibt das Museum seit 1991. Er ist als Mitglied von drei Karnevalsvereinen ein absoluter Kenner der Szene. In den drei Ausstellungsräumen befinden sich viele Schätze. Mittlerweile wurden über 10.000 Karnevalsorden zusammengetragen, worunter sich fast alle befinden, welche den angeschlossenen Karnevalsgesellschaften des Festkomitees seit 1945 verliehen wurden. Im Museum kann man aber auch unzählige Raritäten aus früheren Zeiten betrachten. Ganz besonders stolz ist der Betreiber auf den ersten Kölner Karnevalsorden, den es je gab. Es ist dies eine goldene Medaille vom „Festordnenden Komitee“ aus dem Jahre 1838. Das Kölner Bildungsbürgertum hatte damals die Idee, den organisierten Karneval als romantisches Fest zu feiern. Auf dem Orden abgebildet ist der „Held Karneval“. Der närrische Regent wurde erst später – nach der Reichsgründung 1871 – zum Prinzen umgewandelt. Früher wurden die Orden nur in kleiner Auflage gefertigt, meist aus Gold oder Silber, während die heutigen Orden teilweise von den historischen kopiert werden und in tausendfacher Auflage produziert werden. Der Betrachter der Orden entdeckt immer wieder etwas Überraschendes und man muss nicht unbedingt ein echter „Jeck“ sein, um Freude am Studium der mit viel Phantasie und Witz gestalteten Karnevalsorden zu haben. Sie sind ein Spiegel der deutschen und insbesondere der Kölner Zeitgeschichte. So wurden unter anderem Ereignisse wie das erste deutsche Luftschiff-Manöver dargestellt oder der Zeitgeist der Fünfziger Jahre zum Tragen gebracht. Auch zahlreiche nützliche Orden kann man finden, die man als Aschenbecher, Briefbeschwerer oder Taschenspiegel verwenden kann.
Autor: André Richter |