| Ist es Handwerk, oder Kunst? |
| Geschrieben von Bernhard Heß | |
| Wednesday, 17 October 2007 | |
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Vor vielen tausend Jahren wurden in einer Höhle in Südfrankreich die ersten urzeitlichen Wandmalereien gefunden, seitdem wird die Entwicklung der Menschheit von der Kunst begleitet. Doch wie definiert sich Kunst? Was unterscheidet Kunst und Handwerk? Sicherlich sollte man Kunst als das Ergebnis eines kreativen Prozesses betrachten, mitunter ist auch ein schöpferischer Prozess selbst schon als Kunst zu betrachten. Auch ist sicher, dass der Begriff der Kunst wandelbar und in stetiger Veränderung begriffen ist und durch jede Gesellschaft anders interpretiert wird. Im Gegensatz dazu legt sich das Handwerk auf die Anfertigung von immer wiederkehrenden Produkten und schwerpunktmäßig auf die Ausführung von Dienstleistungen fest. Durch Spezialisierung auf die verschiedensten Fachrichtungen und Berufszweige ist das Handwerk zum Dienstleistungsbereich geworden, wo in den wenigsten Fällen mehrere Gewerke von einem Handwerksbetrieb ausgeführt werden. Das Kunsthandwerk stellt schon immer den Übergang zwischen schöpferischer Kunst und traditionellem Handwerk dar. Hier werden individuelle Wünsche und kreative Prozesse mit ungewöhnlichem handwerklichen Geschick und bestimmten Werkzeugen in fertige Produkte umgesetzt. Somit ist jeder Kunsthandwerker im Bereich Produktdesign tätig. Eine gegenwärtige Wiedergeburt erleben Kunsthandwerkermärkte, auf denen verschiedenste, teilweise schon ausgestorbene Gewerke, wie zum Beispiel Weber, Holzbildhauer, Schmiede, Modelstecher, Spinnerinnen oder Blaudrucker ihre seltene Handwerkskunst vor begeistertem Publikum vorführen und tiefe Einblicke in den Alltag ihres Berufesstandes vermitteln. Leider berücksichtigen die Veranstalter von einigen Märkten nicht, dass auch die vorführenden Kunsthandwerker vom Verkauf ihrer Artikel leben müssen. So lässt sich auf einigen Märkten das Phänomen beobachten, dass verschiedene Kunden sich in intensiven Gesprächen mit den deutschen Kunsthandwerkern über Technik und Herstellung ihrer handgefertigten Produkte eingehend informieren, anschießend aber am benachbarten Stand einen scheinbar gleichwertigen Artikel aus billigerer ausländischer Massenproduktion erstehen und zusätzlich noch den subjektiven Eindruck haben, dass die Ware aus der deutschen Produktion überteuert ist. Solche mit ausländischer Handelsware und deutschem Kunsthandwerk vermischten Märkte schädigen den Ruf der deutschen Handarbeit auf Dauer und sollten im Interesse aller Seiten gemieden werden. |