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Autismus-Feiertag Autistic Pride Day
Geschrieben von Juri Unglaub   
Tuesday, 26 September 2006
Der Autistic Pride Day wird jährlich am 18. Juni gefeiert. An diesem Tag wird Autismus als wünschenswerter Teil menschlicher Vielfalt gefeiert und Autisten wehren sich gegen die Pathologisierung von Autismus. 2005 lautete das Motto "Akzeptanz statt Heilung", 2006 "Feiert neurologische Vielfalt". 

Unsere Gesellschaft  - besonders deutlich wird das in der Medizin - scheint anzunehmen, dass jedes menschliche Gehirn identisch sein müsse und das jegliche Abweichungen pathologisch seien und deshalb "geheilt" werden müssten, um eine Konformität zur Norm zu erreichen.
Der Autistic Pride Day wurde in Anlehnung an den Gay Pride Day (Christopher Street Day) erdacht. Auch Schwule und Lesben wurden einmal pathologisiert und haben sich erfolgreich dagegen gewehrt. Durch den Autistic Pride Day hoffen Autisten einen ähnlichen Aufklärungsprozess in Gang zu setzen.

Grundlegend in der Autistic-Pride-Bewegung ist die ablehnende Haltung gegenüber einer Heilung. Autisten mit dieser Perspektive sind der Meinung, dass Autismus keine Störung ist, sondern eine Variation in der neurologischen Verdrahtung. Sie sind der Meinung, dass Autismus ein grundlegender Teil dessen ist, was sie sind und nicht von der Person getrennt werden kann. Aus diesem Grund ziehen sie es vor, "Autisten" oder "autistische Menschen" genannt zu werden anstatt "Menschen mit Autismus", denn letzteres impliziert, dass Autismus etwas ist, das von der Person abgetrennt und entfernt werden könnte. Eine sogenannte "Heilung" würde demnach die Persönlichkeit des autistischen Individuums zerstören, sie zwingen, neurologisch-typisches (nicht-autistisches) Verhalten nachzuahmen, womit sie sich aber nicht wohlfühlen. Autisten, die gegen die Vorstellung einer Heilung sind, sind der Meinung, dass die Eigenheiten und die Einzigartigkeit von autistischen Menschen genauso toleriert werden sollten wie die Unterschiedlichkeiten anderer Minderheitengruppen.

Zum Autistic Pride Day 2006 veranstalten autistische Menschen verschiedene Treffen, Picknicks und Museumsbesuche.

Vielleicht wird das Autismus-Bild der Öffentlichkeit über Autismus, dass immer noch durch den Film Rainman geprägt ist, sich ändern, wenn der Film Snow Cake in die deutschen Kinos kommt. Eine der Hauptrollen ist eine Frau mit High-Functioning-Autismus namens Linda. Im nächsten Jahr wird vermutlich der Film "Mozart and the Whale" zu sehen sein, der von einem Paar mit Asperger-Syndrom/High-Functioning-Autimus erzählt.