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Internet statt Sportverein
Geschrieben von Winfried Strauss   
Saturday, 03 March 2007

Internet statt Sportverein: Vom neuen Gruppengefühl 

Das Internet ist innovative Zukunft, weltweite Informations- und Kommunikationsplattform und damit ein Stückchen neu erworbene Freiheit - aber auch der Schritt in ein faules, neues Leben.

Längst sind es nicht mehr nur die e-Mails oder Informationsdienste, die den Nutzer vor den Bildschirm treiben. Da das Internet mit immer mehr Usern und unaufhörlich schneller werdenden Zugangsverbindungen stets vielseitiger und bunter wird, mehren sich auch die Möglichkeiten: Communities mit Foren oder Chats und virtuelle Freundschaftsverbünde sind schon längst zu florierenden Plattformen avanciert.

Was den Nutzer an diesen Zusammenschlüssen so fasziniert, ist offensichtlich. Communities im Internet sind Communities, die ungemein bequem sind. Sie sind von jedem Telefonanschluss aus anwählbar, in jeder körperlichen Verfassung aufsuchbar und meistens ist die Mitgliedschaft auch noch umsonst.
Zudem ist der Nutzer aufgrund von Anonymität vielfach ungehemmter. So traut er es sich meistens eher zu, in Internetforen und Chats locker mitzudiskutieren als etwa in einer „echten“ Diskussionsgruppe vor Ort.

Dass das Internet nicht nur harmlose "Barbie"-Fangruppen auftut, sondern auch sehr gefährliche Zusammenschlüsse (wie beispielsweise Teufelsanbeter- und Kannibalenvereinigungen) aus dem Boden schießen, ist längst bekannt. Dementsprechend wichtig ist es, dass Erwachsene die Internetaktivitäten ihrer Kinder im Auge behalten.

Dass manche Communities hingegen tatsächlich ohne jedweden bösen Hintergedanken ins Leben gerufen worden sind, kann man oft schon an deren verträumtem Webdesign beobachten: Da zieren bunte Blüten Hintergründe in zarten Pastelltönen, und mit romantischer Genüsslichkeit ruft man dazu auf, über sein Lieblingsobjekt oder -hobby mitzuplaudern - als drehe sich das ganze Leben nur um diese eine Sache.

Gewiefte Community-Betreiber haben allerdings nicht nur das auf ihren Seiten ausgestellte Lieblingsthema im Kopf, sondern auch das Geldverdienen. Wer das Webdesign seiner Seiten ein wenig durchdenkt und etwas Mühe in dessen Ausarbeitung steckt, der kann sich schnell nebenbei Geld verdienen, indem er bezahlte Werbebanner auf seiner Homepage platziert.

Abgesehen von den Verdienstchancen und den Möglichkeiten, in seinem Lieblingsthema voll und ganz aufzugehen, bleiben Internetcommunites zweifelhaft.
Kritisierte man schon vor Jahren den Rückgang der körperlichen Betätigung von Kindern und Jugendlichen, dürfte die massenhafte Nutzung des Internets den totalen Supergau für Gewicht und Gesundheit bedeuten. Dass der Blick auf den Bildschirm auf Dauer weder gut für die Augen noch für den Kreislauf sein kann, ist weiterhin anzumerken.