Menu Content/Inhalt
Web-Artikel arrow Heim und Familie arrow Nussknacker und Räuchermännchen
Nussknacker und Räuchermännchen
Geschrieben von Manfred Gutacker   
Friday, 27 July 2007

Räuchermännchen haben im Erzgebirge einen längeren Brauch. Seit Mitte des 18. ten Jahrhundert kam man auf die Einfall, für das Räucherkegel Dekofiguren herzustellen, die so genannten Räuchermänner, welche in ihrem Inneren die Räucherkegel aufnehmen und den durch Verbrennung entstehenden Qualm über ein runde Öffnung (Mund) wieder abgeben.

Jene Erzgebirgische Volkskunst wird auch noch gegenwärtig von einigen bekannten Kunstgewerbe-Produzenten wie die KWO und Hubrig weitergeführt. Die produzierten Artikel, die zunächst nur aus Lichterfiguren, den Lichterbogen, bzw. Schwibbogen bestand, wurde seitdem immer wieder mit anderen Dekofiguren ergänzt. Neben Krippen, Krippenfiguren, die Erzgebirge Pyramide und Nussknacker, die traditionell zur Weihnachtsdekoration gehören und weit über das Erzgebirge hinaus berühmt sind, werden heute auch modische Kantenhocker, Spieldosen und Blumenkinder in Handarbeit gefertigt.

Wie zu diesen vergangenen Zeiten, wird auch gegenwärtig noch jede Holzfigur per Hand angefertigt, gefeilt und bemalt. Als Motivvorlagen für die Erzgebirgische Dekofiguren dienten die damaligen Berufe. Bergleute und Nachtwächter waren besonders beliebte Figuren. Weitgehend orientierte sich das Meiste an den Bergbau. So auch die Schwibbögen, die einen damaligen Stolleneingang zeigen und darstellen, wie die damaligen Bergwerksarbeiter zur letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest ihren Stolleneingang gesehen haben. Der allererste Schwibbogen wurde 1726 aus Eisen in Handarbeit gefertigt. Danach auch aus Holz.

Damals und auch heute noch stellte fast jede Familie im Erzgebirge, Bergmannsfiguren und Engelsfiguren mit Kerzen ins Fenster. Sie sollten den heimkehrenden Bergmann Licht spenden. Je nach Anzahl der aufgestellten Bergmanns- und Engelfiguren konnte jedermann erkennen, wie viele Töchter, bzw. männliche Familienmitglieder zu einer Familie gehörten.

Die bekannten Erzgebirgischen Pyramiden schmückten schon um 1800 zur Weihnachts- und Adventzeit die Kirchen. Arbeitsvorlage war dafür eine Schachtförderanlage, die damals mit Wasserkraft oder Pferdekraft in Funktion gebracht wurde. Die Pyramiden selbst wurden so erstellt, dass sie mit der erwärmten Luft der Kerzen in Funktion gebracht werden konnte.

Heute finden sich nicht nur im Erzgebirge kleine Geschäfte, in denen Dekofiguren und Krippenfiguren gekauft werden können. Auf Weihnachtsmärkten überregional, sind immer wieder Verkaufsstände vertreten, die diese Handwerkskunst anbieten. Engelsfiguren und Engel gehören mittlerweile zur Adventszeit wie der Weihnachtsbaum und sind auch immer ein gern gesehenes Präsent.