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Karpaltunnelsyndrom
Geschrieben von Dr. Nicolas Gumpert   
Saturday, 03 February 2007

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Erkrankung der Orthopädie Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Erkrankung die häufig in der Orthopädie vorkommt. Die typischen Symptome eines Karpaltunnelsyndroms sind nächtliche Schmerzen der ersten drei Finger (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, teilweise auch noch die daumenseitige Hälfte des Ringfingers), die mit einem Taubheitsgefühl oder Kribbeln der vorangehend genannten Finger einhergehen. Durch kräftiges Ausschütten der Hand kann in der Regel eine Besserung der Symptomatik erzielt werden.Im weiteren Verlauf der Erkrankung können diese im Anfangsstadium nur zeitweise auftretenden Symptome unter Belastung des Handgelenks auch tagsüber auftreten, später auch dauerhaft.Das weibliche Geschlecht ist häufiger von der Erkrankung des Karpaltunnelsyndroms betroffen.Sollten Sie oben genannte Symptome bei sich wieder erkennen, ist der Facharzt für Orthopädie und Neurologie der richtige Ansprechpartner.Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um eine Erkrankung, die von beiden Fachrichtungen gemeinsam behandelt werden müssen.Ursache für das Karpaltunnelsyndrom ist die Einengung eines wichtigen Nervs im Bereich des beugeseitigen Handgelenks. Medizinisch wird dieser Nerv auch als Nervus medianus bezeichnet.Der Nervus medianus ist für das Gefühlsempfinden und in die Beugefähigkeit der ersten drei Finger der Hand von entscheidender Bedeutung.Im Bereich des Handgelenkes muss der Nerv eine Engstelle passieren. Mit allen Beugesehnen läuft der Nervus medianus durch einen Tunnel. Dieser Tunnel wird durch die Handwurzelknochen und ein Band, das in der Orthopädie als Karpalband bezeichnet wird, gebildet.Typischerweise verschleißen die Sehnen der Hand mit zunehmendem Alter. Den Qualitätsverlust gleicht der Körper, um in die Belastungsfähigkeit zu erhalten, durch eine Verdickung der Sehnen aus. Dieses Phänomen kennt man in der Orthopädie auch an anderen Stellen. Ein bekanntes Beispiel ist die Verdickung der Achillessehne, die sich bei chronischer Reizung auf die dreifache Größe verstärken kann. Diese Größenzunahme ist notwendig, um mit schlechterer Sehnenqualität den geforderten Belastungen standzuhalten.Im Bereich des Karpaltunnels bedeutet dieses, dass der Platz durch die Größenzunahme der einzelnen Sehnen enger wird.Weiterhin gibt es noch einige seltenere Ursachen wie rheumatische Erkrankungen, Handgelenksbrüche oder Stoffwechselerkrankungen, die den Raum ebenfalls verengen können.Der Nerv im Kanal (Nervus medianus) wird eingequetscht. Mit zunehmendem Druck auf den Nerven kommt es zu Funktionsstörungen, der die Symptome verursacht.Um in die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms zu bestätigen, muss eine Überprüfung des Nerven durch einen Neurologen erfolgen. Der Neurologe wird die so genannte Leitgeschwindigkeit des Nervus medianus messen. Liegt eine Schädigung / Einengung des Nerven vor, wird gemessen, wie lang der Nerv benötigt einen gezielt gesetzten Impuls zu übertragen. Aus den Ergebnissen kann die Leitgeschwindigkeit errechnet werden. Beim Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms verlangsamt sich die Leitgeschwindigkeit im Bereich der Einengung.Medizinischen wird dieser Untersuchung als Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) bezeichnet. Der Facharzt für Orthopädie sollte andere Ursachen für die Verengung im Karpalkanal ausschließen. Durch Röntgen des Handgelenks und der Handwurzel können knöcherne Veränderungen erkannt werden.Die ursächliche Therapie, das bedeutet die Erweiterung des Karpaltunnels mit konservativen Maßnahmen ist schwierig. Durch abschwellende Medikamente, örtliche Kortisonspritzen und speziellen Handgelenksbandagen kann versucht werden die Symptomatik zu bessern. Lässt sich dauerhaft keine Beschwerdefreiheit erzielen, muss operativ eine Erweiterung des Karpaltunnels angestrebt werden.In der Operation wird das Karpalband durchtrennt, hierdurch erhalten die Sehnen des Handgelenks mehr Platz, was indirekt zu einer Entlastung des Nerven führt. Die Operation vom Karpaltunnelsyndrom gehört in der Orthopädie zu den Routineoperationen, die vergleichsweise Komplikation arm sind.Kommt es zu einer frühzeitigen Entlastung des Nerven, ist die Prognose günstig. Wenn der Druck auf den Nerven zu lange besteht, kann der Nerv jedoch unwiderruflich (irreversibel) geschädigt werden und die Taubheitsgefühle beziehungsweise der Funktionsverlust der Finger können durch keine Therapiemaßnahmen gebessert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. Nicolas Gumpert