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Festgeld oder Tagesgeld?
Geschrieben von Oliver Sinz   
Monday, 31 March 2008
In Zeiten turbulenter Börsen gewinnen konservative Geldanlagevarianten in letzter Zeit wieder an Bedeutung. Geringere Renditen werden durch hohe Sicherheit kompensiert und führen dazu, dass gerade Anlagen in Fest- oder Tagesgeldform im Vergleich zu Aktien und Derivaten auf der Überholspur sind.
Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die mittlerweile von nahezu allen Bankinstituten angebotenen Tagesgeldkonten. Diese werden in aller Regel neben einem normallen Girokonto als reines Verrechnungskonto geführt, da sich das Tagesgeldkonto an sich nicht zum normalen Zahlungsverkehr eignet. Es ist ausschließlich zur kurz- oder mittelfristigen Anlage von verfügbarem Kapital gedacht und bietet äußerst attraktive Guthabenzinsen bei täglicher Verfügbarkeit. Diese tägliche Verfügbarkeit ist das große Plus dieser Anlageform, da der Kunde bei auftretendem Finanzbedarf jederzeit auf das Kapital zugriefen kann und keine Kündigungsfristen und damit verbundene Zinsverluste beachten muss. Der Transfer vom normalen Girokonto auf das Tagesgeldkonto ist unkompliziert und kann via Onlinebanking innerhalb weniger Sekunden bewerkstelligt werden. Wer sich für eine Tagesgeldanlage interessiert, sollte die verschiedenen Angebote einem eingehenden Vergleich unterziehen, da der angebotene Guthabenzins nicht das einzige Entscheidungskriterium darstellt. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, wie lange der aktuelle Zinssatz garantiert wird, da einige Banken Neukunden mit einem Top-Zins für wenige Monate anwerben, welcher nach Ablauf dieser Frist „zurechtgestutzt“ wird. Zudem sollte auch der Staffelung der Verzinsung Beachtung geschenkt werden: Während eine Mindesteinlage in aller Regel nicht gefordert wird, kann es dagegen sehr wohl vorkommen, dass der Zinssatz nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme gilt und darüber hinaus gehende Beträge mit einem wesentlich geringeren Effektivzins belegt werden.
Der entscheidende Vorteil der Anlage auf dem Tagesgeldkonto ist wiederum der offensichtliche Nachteil von Festgeldanlagen. Bei einer Anlage in Festgeldform ist das Kapital über einen a priori vereinbarten Zeitraum fix angelegt. Eine Auflösung in Notfällen ist zwar meist möglich, jedoch mit starken Verlusten bezüglich der Anlagenrendite verbunden. Festgeldzinsen bewegen sich grob gesagt im gleichen Rahmen wie Tagegeldzinsen, was primär dafür verantwortlich zeichnet, dass die meisten Anleger die jederzeit verfügbare Tagesgeldanlage favorisieren. Dennoch sollte man die Augen offen halten, da die verschiedenen Direktbanken von Zeit zu Zeit äußerst attraktive Festgeldangebote bereithalten.
Auf eine dritte – Tagesgeldkonten vergleichbare – Form der Geldanlage sei in diesem Zusammenhang auch noch hingewiesen. Im Rahmen der mittlerweile recht zahlreichen Girokonten/ Kreditkarten Kombi-Angebote offerieren einige Banken eine äußerst attraktive Guthabenverzinsung auf dem Kreditkartenkonto. Auch hier funktioniert der Transfer zwischen Kreditkarten- und Girokonto problemlos, eine tägliche Verfügbarkeit ist ebenfalls gegeben.

Oliver Sinz, info (at) online-finanz.info