| Der Geschmack des Tees |
| Geschrieben von Stefan A. Böttcher | |
| Friday, 05 January 2007 | |
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Tee ist mehr als irgend ein heisses Getränk, denn jedes Teeblatt birgt in sich die Erinnerung an seine Heimaterde. Lange Zeit galt in Europa der schwarze Tee als einziger Tee. Seit die Engländer in ihren Kolonien in Indien begannen, Tee anzubauen und zu importieren, wurde Europa geradezu überschwemmt mit diesen Sorten. Man unterschied Ceylon, Darjeeling und Assam und kannte als Variation noch den Earl Grey, meist ein Darjeeling, der mit Bergamotte Öl aromatisiert ist. Lange Zeit galt er als Inbegriff des feinen englischen Tees, und der aus Indien importierte Tee als Tee schlechthin.Doch Tee ist mehr, denn jedes Teeblatt birgt in sich die Erinnerung an seine Heimaterde. Ob Tee aus der Ebene oder von den Hängen des Himalaya, aus Indien, China, Japan oder Afrika, jede Sorte und jedes Blatt hat seine Eigenart und seinen ganz eigenen Geschmack. In China gibt es mehr Teesorten als in Frankreich Weine und jedes Anbaugebiet stellt seinen eigenen, ganz unverwechselbaren Tee her. Je nach Erntezeit unterscheidet sich der Tee ganz erheblich im Geschmack, auch wenn er aus dem gleichen Gebiet stammt. Die Knospe und das Blatt desselben Strauchs haben ein ganz unterschiedliches Aroma. Die Chinesen haben Tees für jede Uhrzeit und für jede Gelegenheit, die sich ganz erheblich unterscheiden, ähnlich wie Weine unterschiedlicher Jahrgänge. Für die richtigen Kostbarkeiten werden enorme Preise gezahlt, so kann der Preis für 100 Gramm weißen Tee bis zu 50,-€ betragen. Erst wenn man sich dies alles bewusst macht, kann man begreifen, was Tee wirklich ist. Er ist mehr, als nur ein wohlschmeckender Durstlöscher oder ein gesundheitsförderndes Modegetränk. Tee ist eine Lebenseinstellung, und nur echte Genießer werden diese ganze Vielfalt jemals erkennen und zu würdigen wissen. |