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Spenden für Martin Luther?
Geschrieben von Max Kramer   
Friday, 23 November 2007
Wenn alljährlich in evangelischen Gemeinden am 10. November die Kinder bei anbrechender Dunkelheit mit ihren Laternen von Haustür zu Haustür ziehen, ein Lied singen und Spenden meistens in Form von Süssigkeiten bekommen, die allerdings überwiegend für das eigene leibliche Wohl bestimmt sind, fragt man sich, woher dieser Brauch kommt. Wenn alljährlich in evangelischen Gemeinden am 10. November die Kinder bei anbrechender Dunkelheit mit ihren Laternen von Haustür zu Haustür ziehen, ein Lied singen und Spenden meistens in Form von Süssigkeiten bekommen, die allerdings überwiegend für das eigene leibliche Wohl bestimmt sind, fragt man sich, woher dieser Brauch kommt. Dieser Brauch soll an den grossen Reformator Martin Luther erinnern, was auch in den von den Kindern gesungenen Liedern zum Ausdruck kommt. Das Martin-Luther-singen findet deshalb am 10. November statt, weil Martin-Luther am 10. November 1483 in Eisleben in Sachsen-Anhalt geboren wurde, dort starb er auch am 18. Februar 1546. Zu Luthers Zeiten predigte die katholische Kirche, dass man sich durch Ablasszahlungen von seinen Sünden befreien könne. Luther predigte vergeblich gegen diese Geschäftemacherei, seine 95 Thesen schlug er am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Luther ging es darin vor allem darum, dass Gottes Wort, wie es in der Bibel bezeugt ist, allein Richtschnur aller kirchlichen Verkündigung und Bräuche sein soll; kirchliche Traditionen dürften dagegen keine verbindliche Autorität haben. Luthers Thesen verbreiteten sich nicht zuletzt Dank des Buchdrucks rasch im ganzen Deutschen Reich und darüber hinaus. Papst Leo X. eröffnete im Juni 1518 gegen Luther einen Ketzerprozess, nachdem in Rom mehrere Anzeigen eingegangen waren. In den Jahren 1518 bis 1521 spitzte sich der Konflikt um Luther und seine mittlerweile zahlreich gewordenen Anhänger zu: im Herbst 1518 wurde Luther von Kardinal Cajetan auf dem Reichstag in Augsburg verhört und zum Widerruf seiner Thesen aufgefordert, was er ablehnte; stattdessen forderte er die Einberufung eines allgemeinen Konzils zur Klärung der strittigen Fragen.